fits.bike

Freilauf & Kassette

Kassette oder Schraubkranz? So bestimmst du deinen Freilauf-Standard

Bevor du eine neue Kassette oder einen neuen Zahnkranz kaufst oder dein Rad zerlegst, lohnt sich ein Blick auf den Freilaufkörper: Kassette und Schraubkranz sehen von außen oft ähnlich aus, brauchen aber unterschiedliches Werkzeug und unterschiedliche Ersatzteile. Bestellst du eine Kassette für ein Rad mit Schraubkranz oder umgekehrt, passt schlicht nichts – das ist keine Adapterfrage, sondern eine grundsätzlich andere Nabenkonstruktion. Auch beim Ausbau brauchst du den richtigen Abzieher: Kassetten-Lockringe und Schraubkränze lösen sich mit unterschiedlichem Werkzeug, und das falsche Werkzeug beschädigt im Zweifel Nabe oder Zahnkranz.

Der zuverlässigste Test ist der Drehtest am ausgebauten Laufrad: Dreh die Ritzel rückwärts, also entgegen der normalen Fahrtrichtung. Dreht sich die Werkzeugaufnahme in der Mitte – die Vertiefung für den Abzieher – dabei mit den Zähnen mit, ist es eine Kassette: Der Ratschenmechanismus sitzt im Freilaufkörper der Nabe, der sich mit den Ritzeln zusammen dreht. Bleibt die Werkzeugaufnahme dagegen stehen und drehen nur die Zähne darunter durch, ist es ein Schraubkranz: Der Ratschenmechanismus sitzt im Zahnkranz-Paket selbst, das fest auf ein Gewinde der Nabe geschraubt ist und sich nicht mitdreht. Ist der Zahnkranz erst einmal abgeschraubt, zeigt sich der Unterschied auch baulich: Bei der Kassette bleibt ein Splined-Freilaufkörper mit Steckverzahnung stehen, beim Schraubkranz ein grobes Außengewinde direkt in der Nabe. Schraubkränze findest du praktisch nur noch an 5- bis 7-fach-Alträdern; an aktuellen Rädern ist die Kassette der Standard.

Steht der Freilaufkörper einmal fest, verraten oft schon die Zähne selbst, um welche Familie es sich handelt. Die klassische HG-Verzahnung (Shimano, mit Abstand am weitesten verbreitet) hat 9 gerade Zahnstege, von denen einer deutlich breiter ist als die anderen – er sorgt für die richtige Ausrichtung beim Aufstecken. Microspline zeigt dagegen viele feine, eng stehende Zähne statt weniger breiter Stege, deutlich filigraner als HG oder Campa und meist an einem kurzen Körper. SRAMs XD und XDR erkennst du an einer kurzen Verzahnung nur am inneren Ende plus einem Feingewinde am äußeren Ende, auf das das kleinste Ritzel direkt aufgeschraubt ist – ein separater Lockring fehlt hier. Campagnolo setzt auf acht tiefe, unterschiedlich breite Nuten, insgesamt gröber als die HG-Verzahnung; die Kassette passt dadurch nur in einer Stellung auf. Und an sehr alten Rädern findest du mitunter noch Uniglide: 9 gleich breite Zahnstege ohne einen breiteren Ausrichtungssteg, bei dem das kleinste Ritzel aufgeschraubt ist und zugleich die Funktion des Lockrings übernimmt.

Bist du dir nach Drehtest und Zähnezählen immer noch unsicher, führt dich der Finder für Freilauf und Kassette (/de/freilauf/finder) mit wenigen Fragen zum passenden Standard.

Passende Standards

Zurück zu Freilauf & Kassette