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Steuersatz (Fahrrad)

EC, ZS oder IS? Steuersatz am Fahrrad bestimmen und Steuerrohr messen

Bevor du einen neuen Steuersatz kaufst oder dein Rad zerlegst, lohnt sich ein genauer Blick auf die Bauform: „Steuersatz" bezeichnet am Fahrrad die Lagerung, die den Gabelschaft drehbar im Steuerrohr des Rahmens hält, und davon gibt es drei grundverschiedene Bauformen sowie mehrere Bohrungsgrößen je Bauform. Bestellst du die falsche Baugruppe, passt sie oft gar nicht erst ins Steuerrohr – oder sie sitzt äußerlich ähnlich, aber mit zu viel Spiel, wie bei den nur rund 0,8 mm auseinanderliegenden IS41 und IS42. Auch bei Alträdern drohen Fehlkäufe: Ein Gabelschaft mit Gewinde und aufgeschraubter Kontermutter braucht zwingend eine Gewinde-Baugruppe – ein außen klemmender Ahead-Vorbau kann diese Funktion nicht übernehmen, und umgekehrt lässt sich auf einem gewindelosen, glatten Schaft keine Kontermutter montieren.

Die drei Bauformen unterscheidest du am einfachsten am leeren, ausgebauten Steuerrohr. Bei der außenliegenden Bauform (EC, External Cup) liegen zwei gepresste Lagerschalen mit rundem Bund sichtbar außen auf der Stirnfläche des Steuerrohrs auf, statt bündig zu verschwinden – die ältere, aber weiterhin verbreitete Bauform. Bei der halbintegrierten Bauform (ZS, Zero Stack, laut Quelle auch unter Namen wie „Internal Headset" oder „Orbit Z"/„InSet" bekannt) sitzt die Lagerschale dagegen bündig im Rohr, nur ein flacher Rand ist erkennbar, kein außen aufliegender Bund. Bei der vollintegrierten Bauform (IS, Integrated) fehlt eine eingepresste Lagerschale komplett: Das Steuerrohr trägt stattdessen selbst eine angeschrägte Fläche, in die das Lager direkt eingelegt wird.

Für die genaue Bestimmung brauchst du einen Messschieber: Miss den Innendurchmesser des leeren Steuerrohrs an der Bohrung selbst – oben UND unten getrennt, denn viele aktuelle Rahmen haben ein konisches (getapertes) Steuerrohr mit unterschiedlichen Maßen an beiden Enden. Bei EC-Steuerrohren decken die gängigen Werte grob drei Gruppen ab: rund 30 mm (EC29/EC30, die klassische 1-Zoll-Größe), rund 34 mm (EC34) und rund 44 mm (EC44) – die 44-mm-Bohrung ist zugleich die häufigste obere Aufnahme bei modernen konischen Steuerrohren. Bei ZS-Steuerrohren liegen die Werte bei rund 44 mm (ZS44, meist oben an einem konischen Steuerrohr), rund 49–50 mm (ZS49, „OnePointFive") und rund 55–56 mm (ZS56, laut Quelle fast ausschließlich als untere Aufnahme eines konischen Steuerrohrs) – Vorsicht bei einem Wert um 55 statt 56 mm: Das ist das seltenere, nicht austauschbare ZS55. Bei IS-Steuerrohren liegen die Gruppen bei rund 41 mm (IS41, Cane-Creek-Standard) und rund 42 mm (IS42, Campagnolo Hiddenset) – beide kommen oben UND unten vor –, sowie bei rund 47 mm (IS47) und rund 52 mm (IS52), die laut Quelle ausschließlich als untere Aufnahme eines konischen Steuerrohrs vorkommen; oben sitzt dann meist IS41 oder IS42.

Auf Lagerschale oder Verpackung findest du oft einen SHIS-Code (Standardized Headset Identification System, eine Systematik von Park Tool) wie „ZS44/28,6": Der Teil vor dem Schrägstrich nennt Bauform und Bohrung (ZS44 = halbintegriert, rund 44 mm), der Teil dahinter den Schaft- bzw. Kronring-Presssitz an dieser Seite – 28,6 mm steht für einen geraden 1-1/8-Zoll-Gabelschaft oben, 30 oder 40 mm für den Kronring-Presssitz unten, je nach Schaftstärke. Bei getaperten Rahmen liest sich der komplette Code deshalb oft zweigeteilt, etwa ZS44/28,6 oben und ZS56/40 unten – laut Quelle eine der häufigsten Tapered-Kombinationen überhaupt. Der SHIS-Code bestätigt die Zuordnung eindeutiger als der bloße Blick auf die Bauform, gerade bei nur rund 0,8 mm auseinanderliegenden Varianten wie IS41 und IS42.

An älteren Rädern lohnt sich zuerst der Blick auf den Gabelschaft selbst, nicht auf das Steuerrohr: Trägt er oben ein sichtbares Gewinde mit aufgeschraubter Kontermutter statt eines außen klemmenden Vorbaus, hast du einen Gewinde-Steuersatz vor dir – erkennbar unabhängig vom Steuerrohr-Durchmesser, denn dieselbe klassische 1-Zoll-Bohrung (rund 29,9–30,1 mm) nimmt sowohl Gewinde- als auch gewindelose Ahead-Baugruppen auf. Die beiden Systeme lassen sich nicht mischen: Ein Gewinde-Gabelschaft braucht zwingend die passende Gewinde-Baugruppe mit Kontermutter, ein Ahead-Vorbau kann die Vorspannung nicht ersetzen – und umgekehrt lässt sich auf einem gewindelosen, glatten Schaft keine Kontermutter montieren.

Bist du dir nach Bauform-Bestimmung und Messung immer noch unsicher, führt dich der Finder für Steuersätze (/de/steuersatz/finder) mit wenigen Fragen zur passenden Baugruppe.

Passende Standards

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