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Achsen & Einbaubreiten

Einbaubreite, Achsdurchmesser und Steckachse messen

Bevor du ein neues Laufrad kaufst oder dein Rad zerlegst, lohnt sich ein genauer Blick auf den Achsstandard: Vorn und hinten gibt es jeweils mehrere parallel geführte Kombinationen aus Einbaubreite, Achsdurchmesser und Befestigungsart, und eine identische Zahlenangabe garantiert dabei keineswegs Kompatibilität. Die vielleicht tückischste Falle im Katalog ist 20×110 mm vorn: Die klassische DH-Steckachse und die spätere Boost-Variante messen bei Achsdurchmesser (20 mm) und Gesamtbreite (110 mm) exakt gleich, unterscheiden sich aber allein in der Nabenflansch- und Bremsscheibenposition – laut Stan's NoTubes hat ein Boost-Laufrad in einer klassischen 20×110-Gabel „no way to make it fit“, obwohl beide Seiten dieselbe Maßangabe tragen. Wer sich beim Laufradkauf nur auf die aufgedruckte Zahl verlässt, riskiert also trotz scheinbar passender Angabe ein Laufrad, das gar nicht oder nur mit Adapter passt.

Die Einbaubreite (Over-Locknut-Distance) misst du auf zwei Arten, je nachdem was gerade zur Hand ist. Ist der Rahmen bzw. die Gabel leer, also ohne Laufrad, miss den Innenabstand der Ausfallenden direkt an den Kontaktflächen – bei einer QR-Nabe hinten liegen so zum Beispiel 130 mm (Rennrad und älteres MTB ohne Scheibenbremse) und 135 mm (die häufigste MTB-Schnellspann-Breite) nur 5 mm auseinander, weshalb genaues Nachmessen wichtiger ist als Schätzen. Ist stattdessen ein Laufrad ausgebaut zur Hand, miss die Nabenbreite über die Endkappen: Bei Steckachsen vorn unterscheidet das zum Beispiel 15×100 mm (Nicht-Boost) von 15×110 mm (Boost), bei Steckachsen hinten 12×142 mm (klassisch) von 12×148 mm (Boost) – jeweils nur 10 bzw. 6 mm Differenz, im direkten Vergleich zweier Naben nebeneinander aber gut sichtbar. Beide Messpunkte, Rahmen-Innenabstand und Naben-Außenbreite, liefern dasselbe Ergebnis; nimm einfach, was du gerade vor dir hast.

Vor der genauen Maßbestimmung klärst du am besten die Befestigungsart. Beim klassischen Schnellspanner presst ein außen sichtbarer Hebel mit Nocken die Nabe nur stirnseitig gegen die Ausfallenden; die Achse im Inneren ist laut Sheldon Brown ein dünner, hohler Spannstab (Skewer), der sich nicht herausschrauben lässt – Park Tool beschreibt den Mechanismus entsprechend als reines Hebel-Nocken-System. Bei einer Steckachse dagegen trägt das Ausfallende ein Gewinde, in das die komplette, spürbar dickere Achse ein- bzw. herausgedreht wird: 15 mm Durchmesser entspricht etwa der Dicke eines Bleistifts, an Downhill-Gabeln sind es 20 mm, an Hinterbauten 12 mm. Eine dritte, seltenere Bauform ist die Schraubachse mit außen aufgeschraubten Muttern statt Hebel oder Gewinde im Ausfallende – typisch an älteren Rädern, Bahn- oder Cityrädern. Diese Bauform deckt der Achsstandard-Katalog bewusst nicht ab: Frag in diesem Fall gezielt im Fachhandel nach, statt dich auf Vergleichswerte aus diesem Guide zu verlassen.

Steht eine neue Steckachse als Ersatzteil an – etwa weil die alte verbogen ist oder fehlt –, reichen Einbaubreite und Achsdurchmesser allein nicht aus. Anders als bei der Nabe sitzt das Gegengewinde einer Steckachse nämlich im Rahmen bzw. in der Gabel selbst: Laut bike-components.de „the axle must always fit its counterpart, the 'nut' in the frame or fork“ – deshalb liegt jedem Rahmen serienmäßig eine passende Achse bei, und eine Ersatzachse ist strikt rahmenspezifisch, nicht nur nabenspezifisch. Für den Kauf brauchst du drei Maße: die Gesamtlänge des Achsschafts – laut thruaxle.com „Do not include the head or washer, just the shaft“ –, die Gewindelänge sowie die Gewindesteigung. Am zuverlässigsten bestimmst du die Steigung mit einer Gewindelehre oder, laut thruaxle.com, näherungsweise durch Auszählen der Gewindegänge auf einer 10-mm-Strecke: „10 threads is P1.0“, rund sieben Gänge entsprechen P1.5, knapp sechs Gängen P1.75. Bei Hinterachsen sind laut bike-components.de „M12x1.0, M12x1.5 or M12x1.75“ die gängigsten Steigungen im Feld.

Bist du dir nach Messung und Bauform-Bestimmung immer noch unsicher, führt dich der Finder für Achsstandards (/de/achsen/finder) mit wenigen Fragen zur passenden Kombination aus Einbaubreite, Achsdurchmesser und Befestigungsart.

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